Was ist eine neuropsychologische Therapie?

Eine neuropsychologische Therapie oder Behandlung setzt immer am aktuellen Leistungsprofil des Patienten an. Ein für alle Patienten gültiges Hirnleistungstraining gibt es nicht. Zu Vielfältig sind die neurologischen Krankheitsbilder. Das Spektrum reicht von Wahrnehmungs- und Aufmerksamkeitsstörungen, bis hin zu Gedächtnis- und Sprachstörungen.

Entsprechend vielfältig sind die neuropsychologischen Behandlungen. Das Ziel ist eine maximale Wiedererlangung der Selbständigkeit sowie eine berufliche und soziale Wiedereingliederung des Patienten. Dabei sind zu unterscheiden:

Die restitutive Behandlung hat zum Ziel, eine beeinträchtigte Funktion weitestgehend wieder herzustellen, z. B. die Reaktionsschnelligkeit und Aufmerksamkeit, die für das Autofahren  von Bedeutung sind.

Die kompensatorische Behandlung zielt darauf ab, die Alltagbewältigung des Patienten miteinzubeziehen. Hat der Patient beispielsweise ein eingeschränktes Gesichtsfeld aufgrund einer neurologischen Läsion, dann erlernt er vergrößerte Augenbewegungen, um das beeinträchtigte Gesichtsfeld auszugleichen. Oder der Betroffene erlernt den Umgang mit Hilfsmitteln oder die veränderten Umgebungsbedingungen. Die kompensatorische Behandlung unterstützt und begleitet den Patienten darin, mit den Folgen seiner hirnorganischen Verletzung zu leben und Erwartungen und Ziele auf die neue Situation abzustimmen.

Die integrierten Methoden behandeln die begleitenden psychischen Beeinträchtigungen sowie hirnorganisch bedingte Verhaltensänderungen. Dies geschieht z. B. mit Techniken aus der Lernpsychologie, die aber an hirnorganisch bedingte Veränderungen, z. B. der Aufmerksamkeit und des Gedächtnisses, angepasst sind.

 

Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet.

Sebastian Kneipp