Wie ist der Ablauf einer neurologischen Untersuchung?

Die Neurologie widmet sich der Diagnostik und der Therapie von Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark), des peripheren Nervensystems (nervale Versorgung der oberen und unteren Extremitäten und des Rumpfes) sowie des vegetativen Nervensystems und der Muskulatur.

Die Komplexität des Nervensystems im Hinblick auf seine Funktionsweise, aber auch seine Erkrankungen erfordern eine eingehende Anamneseerhebung (Krankheitsvorgeschichte), eine genaue klinische Untersuchung, und – bei begründetem Verdacht – weitere apparative Zusatzuntersuchungen (MRT, EEG, NLG, EMG, Ultraschall der Halsgefäße,...).


Was wird untersucht?

Im Anschluss an das Anamnesegespräch erfolgt eine genaue neurologische Untersuchung zur Erhebung des individuellen „Neurologischen Status“ – und zwar:

1. Prüfung der Hirnnerven

Die Prüfung der Hirnnerven umfasst die Beurteilung
  des Geruchssinns,
  des Gesichtsfeldes und der Sehkraft,
  der Koordination der Augenbewegungen, der Blickstabilisierung und der
    Blickfolgebewegungen in alle Richtungen,
  der Pupillomotorik,
  der Gesichtssensibilität,
  der mimischen Muskulatur und des Lidschlusses,
  der Hörfähigkeit,
  der Symmetrie des Gaumenzäpfchens und des Gaumensegels, des Würgereflexes,
  der Schulterhebung und Kopfdrehung nach rechts und nach links,
  sowie der Zungenbeweglichkeit und Zungensymmetrie.


2. Prüfung der Sprache

Die Sprachfähigkeit und die Sprechmotorik werden beurteilt.


3. Überprüfung der Funktionsfähigkeit der oberen und unteren Extremitäten

Folgende Merkmale werden dabei untersucht:
  die grobe Muskelkraft und die Muskelreflexe,
  die Sensibilität auf Druck und Berührung,
  die Prüfung des Schmerzempfindens und der Temperaturwahrnehmung,
  die Tiefensensibilität (umfasst Lagesinn, Vibrationssinn und 2-Punkt-Diskrimination)
  die Koordinationsfähigkeit bei Zielbewegungen, und die Feinmotorik.
 
Zuletzt werden Stand und Gang, sowie der Gleichgewichtssinn überprüft.


Ziel der neurologischen Untersuchung

Schädigungen bzw. organische Erkrankungen von Hirn, Rückenmark, peripheren und vegetativen Nerven sowie auch Muskelerkrankungen zu erkennen. Der Untersuchungsbefund vermittelt ein exaktes Bild vom Zustand des Erkrankten, so dass ich in der Lage bin, Art und Grad der Beeinträchtigung des betreffenden Patienten in seiner Gesamtheit zu erfassen.

Gegebenenfalls werden in der Folge weitere apparative Untersuchungen von mir in die Wege geleitet.

Abschließend erstelle ich ein auf Ihre Bedürfnisse angepasstes Therapiekonzept, das ich mit Ihnen im Detail bespreche.

Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.

Sebastian Kneipp